Archiv der Kategorie: Erfahrungsbericht

Produktvorstellung: Nissin Speedlite Di466 Blitz

So.. nachdem das Paket mit meinem Nissin angekommen ist, habe ich ihn natürlich gleich auf Herz und Nieren getestet.

nissin-vorne

Technische Daten:

Erstmal ein paar der Eckdaten:

  • geeignet für die gängigen digitalen Canon EOS Kameras. (Gibt auch eine Nikon Version)
  • Gewicht: 230 Gramm
  • Maße: 67 x 100 x 105mm
  • Leitzahl: 33
  • Motor-Zoom-Reflektor (24 – 105mm)
  • Modi: ETTL, ETTL II, manuellen,, Servo-Blitz
  • Stand-By-Modus
  • Farbtemperatur ca 5600 K
  • FE-Lock unterstützt
  • Autofokus-Hilfslicht
  • bis zu 90 Grad neigfähig, nicht schwenkbar

Erster Eindruck:

Beim Auspacken war ich schon recht positiv überrascht. Ich habe irgendwie etwas „billigeres“ erwartet. Sowohl die Verpackung als auch der Inhalt machen einen recht wertigen Eindruck. Es lag eine deutsche Anleitung und eine Schutztasche für den Blitz dabei. Die Anleitung ist verständlich und passabel übersetzt. Außerdem im Lieferumfang: Ein kleiner Ständer um den Blitz als Slave aufzustellen: Siehe Bild oben.

Auch die Verarbeitung macht einen relativ ordentlichen Eindruck. Ich finde hier kann man nicht meckern.

Betriebsmodi:

Durch drücken auf die Modus-Taste, zeigt diese durch ihre Farbe den jeweiligen Betriebsmodus an. TTL = Licht aus, M = rot, S1 grün, S2 = blau

TTL:

Im TTL Modus arbeitet der Blitz als Aufsteckblitz und kommuniziert per E-TTL II (Canon-Version) mit der Kamera. In diesem Modus bietet der Nissin die Möglichkeit von -1,5 EV bis +1,5 EV in die Blitzbelichtung einzugreifen. Hier funktioniert alles wie erwartet. Er arbeitet eben als ganz normaler Aufsteckblitz, ohne große Besonderheiten. Durch die Neigefähigkeit lässt sich indirekt über die Decke blitzen. Im Bereich von 24-105 mm zoomt der Blitz mit, um eine optimale Ausleuchtung zu gewährleisten. Das Zoom-Geräusch ist etwas kratzig.. aber das ist wohl normal wie man in diversen Foren lesen kann.
Außerdem bietet der Blitz eine herausklappbare Reflektorkarte um beim Gegen-die-Decke-Blitzen noch einen Teil des Lichts nach vorne zu lenken und eine Weitwinkel-Streuscheibe. Im folgenden Bild kann man beides ausgeklappt sehen.

nissinoben

M-Modus:

Im manuellen Modus ist die TTL-Steuerung abgeschaltet und der Blitz blitzt mit fester Stärke. Hier lässt er sich auf folgende Leistungsstufen einstellen: 1/32, 1/16, 1/8, 1/4, 1/2, 1/1

Servo-Modus 1:

In diesem Modus arbeitet der Nissin als Slave-Blitz mit Vorblitz-Unterdrückung. Er ignoriert den TTL-Meßblitz eines anderen TTL-Blitzes (zum Beispiel der interne der Kamera) und blitzt beim 2. mit. Auch hier lässt sich wieder die Leistung wie im M-Modus regeln.

Servo-Modus 2:

Wie im Modus 1, nur ohne Vorblitz-Unterdrückung. Hier blitzt er direkt beim ersten Blitz mit. Also perfekt geeignet im Zusammenspiel mit Studio-Blitzen oder zum „strobisten“. Hier liegt auch sein großer Vorteil gegenüber seinem größeren Bruder Di622. Diesem fehlt der S2-Modus nämlich.

nissinhinten

Stromversorgung:

Der Blitz wird mit 4 AA Batterien betrieben. Diese reichen laut Anleitung je nach Leistung zwischen 200 und 1400 Bllitzen. Die Aufladezeit mit vollen Batterien beträgt knapp unter 4 Sekunden.

Sonstiges:

Wie schon gesagt bietet der Blitz auch Unterstützung für die FE-Lock Funktion der Canon Kameras. Sprich: Der Meßblitz lässt sich vorher abfeuern und danach kann man den Bildauschnitt neu komponieren, um dann den eigentlichen Blitz abzufeuern.

Ein weiteres Feature das eher unbekannt ist, ist die Möglichkeit den Blitz von -0,75 EV bis +0,75 EV in 0,25 Schritten dauerhaft kalibrieren zu können. Sicherlich auch eine Besonderheit für so ein Low-Cost-Gerät.

Eine Erwähung ist außerdem noch wert, dass der Blitz im Slave-Modus sich automatisch auf eine feste Brennweite von 35 mm stellt. Das lässt sich manuell leider nicht ändern.

Jetzt kommt der große Nachteil dieses Blitzgeräts: Der Blitz lässt sich NICHT durch eine auschliessliche Mittenkontakt-Auslösung abfeuern!!! Damit ist er nicht geeignet für gängige Funk-Fernauslösesysteme wie den Cactus. Der Grund ist wohl, das der Blitz auch im M-Modus erwartet dass er auf einer Kamera steckt und an den anderen Kontakten gewisse Daten erwartet. Es besteht immer noch die Hoffnung, dass der Hersteller diese Sperre irgendwann abschafft. Sehr schade, sonst wäre er ein absolut perfekter Kandidat als Standard-Strobisten-Blitz. So muss man sich auf die optische Servo-Funktion beschränken.

Preis:

Je nach Händler ist der Blitz zwischen 69 und 99 EUR zu haben. Ein echtes Schnäppchen also.

Fazit:

Ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis macht den Nissin Di466 zur absoluten Empfehlung. Würde Nissin den S2-Modus noch in den Di622 einbauen und beide Blitze über Mittenkontakt zündbar machen, dann wären Sie der echte Knaller. Aber auch so bleibt das Gerät als normaler Aufsteck- und als Servo-Blitz gut nutzbar und erhält meine absolute Empfehlung!

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Umstieg: Canon EOS 400D zu 50D: Ein Erfahrungsbericht

Lange habe ich über dieser Entscheidung gebrütet… Nach 1,5 Jahren 350D und weiteren 1,5 Jahren 400D … soll ich den Umstieg auf die 2-stellige machen?
Immer wieder gingen mir die oft gehörten Sätze „Nicht die Kamera macht das Bild“ usw. durch den Kopf… und lange habe ich mir eingeredet: „Ich brauche keine neue Kamera. Dadurch werden meine Bilder auch nicht besser“. Und doch kam immer wieder der Wunsch hoch… wochenlang habe ich Vergleichstests gelesen, Daten verglichen.. soll ich mir doch nur eine gebrauchte 40D kaufen? Ne.. da waren nicht genug Neuheiten drin… also irgendwann stand die Entscheidung.. die 50D muss es sein… naja.. am liebsten die neue 5D.. aber die ist vom Budget her, dann doch zu weit entfernt. Blieb noch die Frage nach dem Zeitpunkt.. vielleicht doch noch auf ein 60D Release warten.. dann geht der Preis ja nochmal runter. Aber da kam plötzlich meine Frau und hat, entgegen dem was man üblicherweise so von den Frauen gewöhnt ist, mich motiviert sofort zuzuschlagen.. Bei dieser Gelegenheit nochmal: Danke Schatz!

vergleich400und50

Jetzt ist es also soweit.. ich habe Sie.. und was soll ich sagen! Ich bin so restlos begeistert… das war definitiv der beste Schritt nach dem Einstieg in die DSLR-Materie.
Über die Unterschiede die mir in den ersten Tagen aufgefallen sind, und warum sich der Umstieg wirklich lohnt möchte ich jetzt berichten.

Haptik und Gewicht

Was ein Unterschied! Wenn man einmal 1 Stunde lang die 50D in der Hand gehalten hat, fühlt sich die 400 nur noch wie ein lächerliches Spielzeug an… Ich geb euch den Rat.. wenn ihr nicht vorhabt umzusteigen, dann leiht euch die 50D niemals zum Ausprobieren aus.. ihr werdet nie wieder zur alten Kamera zurück wollen.
Also sie ist schon enorm größer und schwerer, liegt sehr angenehm in der Hand und ist duch das höhere Gewicht viel einfach ruhig zu halten. Die Verarbeitung wirkt hochwertiger und edler.

Display

Mannoman.. ein 920.000 Pixel Display im Gegensetz zu vorher 230.000 Pixel. Die Unterschied ist gigantisch! Alleine dieses nicht nur höher aufgelöstes, sondern auch größeres Display, würde den Wechsel fast alleine rechtfertigen.
Die Bildqualität ist dermaßen gut, dass es jetzt auch wirklich zur Schärfekontrolle taugt.
Der Annäherungssensor der das Display abschaltet wenn man mit dem Auge näher wurde wohl eingespart.. (bzw. es war wohl einfach kein Platz mehr dafür) aber vermissen tue ich ihn nicht.
Ansonsten gibt es eben noch das obligatorische (beleuchtbare) LCD-Display auf der Oberseite, das alle wichtigen Aufnahmeparameter anzeigt. Sehr schön.

Bedienelemente

Ich muss leider zugeben, dass ich erst mal ganz schon doof vor der Kamera saß und den Einschalter gesucht hab. Ähm.. Canon.. was habt ihr euch denn dabei gedacht? Ein klitzekleines filigranes Schalterchen unten in der Mitte, an einer Stelle wo man weder mit der linken noch mit der rechten Hand sinnvoll drankommt. Also das ist der absolute Negativ-Punkt dieser Kamera… der Anschalter ist inakzeptabel!.. Er wirkt als wäre er das erste Teil was an der Kamera abbricht, und ist kein Vergleich zu dem robusten Schalter an der 400D.
Ansonsten fällt noch das große Daumenrad auf, was ja ab der zweistelligen üblich ist und ein kleiner Joystick darüber. Ansonsten sind auch die restlichen Knöpfe fast alle anders angeordnet. Hier ist also eine gewisse Umstellungszeit fällig. Das Daumenrad lernt man sehr schnell lieben, und ich denke wenn man sich an daran gewöhnt hat, dürfte die Bedienung schnell von der Hand gehen. Ich habe das Bedienkonzept allerdings noch nicht vollständig durchschaut. Der Ein/Aus-Schalter kennt noch eine dritte Stellung bei der das Daumenrad erst richtig benutzbar wird…. so ganz schlau bin ich daraus noch nich geworden.

Menüs

Für die Menge der Funktionen sind die Menüs eigentlich gut strukturiert und relativ übersichtlich. Das Highlight ist das „MyMenu“. Diese Menü kann man vollständig selbst konfigurieren und dort alle Einstellungen die man öfters mal braucht hinterlegen (inkl. Individualfunktionen). Das heißt zum Beispiel, die Spiegelverriegelung, AEB, und den Weißabgleich. So hat man alle wichtigen Einstellungen direkt und schnell in einem Menü.. super!

Custom Modus

Ein weiteres Highlight, sind die beiden Custom Modi „C1“ und „C2“ die auf dem Hauptwählrad direkt nach den Kreativ-Programmen kommen. Hier lassen sich so ziemlich alle Einstellungen der Kamera abspeichern und bei Bedarf durch stellen auf den Custom Modus wieder abrufen. Man kann sich dann also zum Beispiel C1 als HDR-Programm einrichten, bei dem dann gleich alle wichtigen Einstellungen die man bei HDRs meist so braucht festgelegt sind… also ISO 100, 2 Sek Selbstauslöser, AV mit Blende 8, und AEB mit +-2 . C2 habe ich als „Action“ Einstellung mit erhöhtem ISO, TV bei 400 ms, Serienbildfunktion, AI Servo etc.

ISO

ISO Werte von 100 bis 12800 sind möglich.. zwischen 100 und 1600 in 1/3 Schritten.. sehr schön! also 100 125 160 200 250 etc. Eigentlich fehlt nur noch ISO 50 um mich rundum glücklich zu machen.
Das Rauschverhalten ist recht gut.. vom Gefühl her rauscht Sie etwa eine Blende weniger als die 400D. Und das trotz den enger gequetschten 15 MPixel. Die beiden Hi-ISO Modi 6400 und 12800 rauschen natürlich unglaublich stark, aber erlauben Fotos bei seeeehr wenig Licht.

Bilder durchblättern

Wer eine 400D hat kennt bestimmt das Leid… man will schnell mal durch seine Bilder blättern und es vergehen teilweise 1-2 Sekunden bis zum nächsten Bild. Selbst schnell Speicherkarten halfen hier nur bedingt… Grausam!
Mit der 50D gibt es quasi KEINE Verzögerung mehr.. selbst mit billigen langsamen Speicherkarten. Ein Dreh am Daumenrad und die Bilder rauschen nur so in rasender Geschwindigkeit vorbei. Die Bilder werden im allerersten Moment zwar nur mit geringerer Auflösung angezeigt und erst danach sukzessive hochgerechnet, aber das ist gut so.

Klang

Das Auslösegeräusch ist einfach….. genial. So etwas lässt sich schwer beschreiben… aber es hört sich einfach professionell und stabil an. Kein Vergleich zu dem Mitleids-Klick-Klacken der 400.

Serienbild-Funktion

ich konnte mir bisher nicht vorstellen wie schnell 6,3 Bilder die Sekunde sind… als ich zum ersten mal Auf den Auslöser gedrückt habe bin ich richtig erschrocken als die Kamera plötzlich 10 Bilder in Maschinengewehr-Geschwindigkeit machte. In der gleichen Zeit hätte die 400 vielleicht 5 geschafft. Da das in einigen Situationen durchaus zuu schnell sein kann, gibt es extra noch einen verlangsamten Modus mit „nur“ 3 B/s.

Qualitätsstufen

RAW + JPG lassen sich jetzt vollkommen unabhängig voneinander auswählen. Außerdem gibt es bei RAW jetzt noch die Möglichkeit in niedrigerer Auflösung zu speichern. Die verschiedenen RAW und JPG Qualitätsstufen können also vollkommen frei miteinander kombiniert werden. Sehr schön!
Außerdem haben RAWs jetzt 14 statt 12 Bit. Das entspricht über 16000 Tonwerten pro Farbkanal im Gegensatz zu 4096 bei der 400D. Dadurch hat man bei der RAW-Entwicklung noch mehr Möglichkeiten und Reserven.

Livebild-Funktion

Bisher hielt ich es für Schnick-Schnack.. aber ich muss sagen, es ist gar nicht so übel. Außerdem unterstützt Sie Autofokus während dem Live-Betrieb. Man kann ihn also wirklich sinnvoll benutzen. Besonders schön ist die Live-Bild Funktion bei der Fernaufnahme via EOS-Utility, da man hier das Live-Bild auch am Rechner verfolgen kann. Allerdings zehrt die Live-Bild Aufnahme extrem am Akku… ich denke ich werde Sie nur in besonderen wenigen Fällen einsetzen.

Kitobjektiv:

Ich habe die Version mit dem EF-S 17-85 IS USM. Das ist schon was anderes als das billige 18-55 bei der 400D. Das ist das erste Mal das ich ein hochwertiges Objektiv benutze.. bisher habe ich nur mit Low-Cost Objektives gearbeitet. Dementsprechend begeistert bin ich auch davon. Der IS ist genial. der USM flüsterleise und sehr schnell. Das Objektiv hat allerdings auch seine Schwächen, wie deutlich schlechter werdende Bildqualität an den Rändern und teilweise deutliche CAs.. aber generell bin ich schon sehr zufrieden.

Sonstiges:

Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen, da es noch etliche Kleinigkeiten gibt die erwähnenswert wären, wie zum Beispiel die automatische Vignetierungskorrektur die für viele Canon Objektive schon in der Kamera die Randabschattung herausrechnet etc. etc. aber das würde jetzt zu weit führen.

Fazit

Bin ich jetzt ein besserer Fotograf als vorher? Nein. Macht das Fotografieren jetzt mehr Spaß und ist komfortabler? Ja absolut! Und das ist auch der Grund warum ich jedem der noch zweifelt, den Umstieg absolut empfehlen kann!

Produktvorstellung: Traumflieger Electra Slave Flash

slaveflash

Der Slave-Blitz von Traumflieger (damals noch unter dem Namen: Electra, jetzt unter eigenem Label) war das erste externe „Blitzgerät“ was ich mir zulegte.

Der Blitz ist mit 10x6x2,5 sehr kompakt und hat eine recht große Blitzfläche, die wie ein Diffusor wirkt und das Blitzlich ein klein wenig weicher macht.

Der Blitz arbeitet als Slave-Flash. Das bedeutet dass er einen optischen Sensor hat, der erkennt sobald ein anderer Blitz ausgelöst wird und dann einfach mitblitzt. Seine Leitzahl müsste bei ca. 13 liegen. Also in etwa so stark wie der eingebaute Blitz der EOS Kameras.

Seine Einstellmöglichkeiten beschränken sich auf exakt 2 mögliche Einstellungen: Normal = Er blitzt sofort mit wenn er einen Blitz „sieht“ und PRE = Er ignoriert den ersten TTL-Messblitz der von modernen Kameras vor dem eigentlichen Hauptblitz abgeben wird.

Außerdem wird noch eine Halterungsschiene mitgeliefert mit denn Hilfe der Blitz seitlich an der Kamera angebracht werden kann. (Hilfreich für Makro-Aufnahmen).

Urteil:

Der Blitz war zu diesem Zeitpunkt eine meiner wichtigsten Anschaffungen. Erst durch ihn konnte ich die ersten Erfahrungen im entfesselten und indirekten Blitzen machen.

Ich mache mit diesem Blitz alle meine „Auf-Weiss-Isolationen“ in meiner Selbstgebauten Foto-Box.. (dazu später ein Extra-Bericht)

Ein Beispiel-Ergebnis davon: (belichtet nur mit dem internen Blitz und dem Slave Flash)

kiwis

Fazit:

Ich finde der Traumflieger Slave Flash ist eine Super Anschaffung für dem ambitionierten Anfänger. Mit seinen 39,95 EUR finde ich ihn aber ein wenig zu teuer.. Ein Preis von 29 EUR fände ich angemessener…